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Pressemitteilung


Rupert Neve Designs stellt Portico II Channel Strip vor

10.10.2009 - 00:00 Uhr


Wimberley, Texas (10.10.2009) – Auf der AES Conference in New York wurde der neue Portico II Kanalzug von Rupert Neve Designs erstmalig der Öffentlichkeit vorgestellt. Der Portico II ist das erste Gerät aus einer neuen Serie von neuen Rack-Modulen, die auf den Hochspannungs-Operationsverstärkern (single-sided) aus der 5088-Konsole basieren und mit einer neuen Auswahl an Übertragern sowie weit reichenden klanglichen Bearbeitungsmöglichkeiten ausgestattet sind.

Der Portico II ist ein 2HE-Kanalzug mit einem umfangreich ausgestatteten Mikrofonvorverstärker, 4-Band Equalizer, Kompressor-Limiter, „Texture“- und Pegelkontrolle. Der Portico II bietet eine Fülle neuer Features, unter anderem: Variable Silk / Silk+ Texture-Kontrolle, einen vollständig regelbaren De-Esser, vielseitige VCA Filter- und Erkennungsoptionen, ein auf Transienten optimierter durchstimmbarer HPF und überblendbare Parallel-Kompression. Aufgrund der einfachen aber leistungsstarken Struktur und der zahlreichen Features ist jedes einzelne Element des Portico II darauf ausgelegt, beispiellose klangliche Integrität und ein Höchstmaß an kreativen Gestaltungsmöglichkeiten zur Verfügung zu stellen.

Der Firmengründer und legendäre Entwickler Mr. Rupert Neve sieht in der neuen Portico II Serie einen gewaltigen Leistungssprung in der Signalbearbeitung: „Unser primäres Ziel bei dem Portico II Kanalzug war es, die bestmögliche Klangqualität mit einem Set an Werkzeugen zur Verfügung zu stellen, die sowohl die Kreativität neu beflügeln als auch das vorhandene Klangspektrum erweitern. Mit den diskreten, single-sided Hochspannungs-Operationsverstärkern ähnlich denen aus der renommierten 5088-Konsole und den bahnbrechenden Features wie der Texture-Kontrolle denke ich, dass der Portico II Kanalzug dem Charakter eines jeden Songs, Instruments oder Ingenieurs gerecht werden kann.“

Eine der Schlüsselentwicklungen des Portico II ist die Texture-Sektion. Basierend auf dem „Silk“-Modus aus den Mikrofonvorstufen der Portico-Serie wurde die Schaltung weiterentwickelt, um den Anteil der harmonischen Obertöne des anliegenden Musikmaterials regeln zu können und so endlose Klanggestaltungsmöglichkeiten in nur einem Gerät zu bieten. Die Texture-Sektion bietet unterschiedliche Modi, die über einen Potentiometer an Intensität zwischen ‚kaum wahrnehmbar’ und ‚dramatisch’ geregelt werden können.

Wie in der Portico-Serie arbeitet der Silk-Modus über Reduktion des Negativfeedbacks am Ausgangsübertrager und Anpassung des Frequenzgangs, ähnlich den bekanntenVintage Designs von Mr. Rupert Neve. Der „Silk+“-Modus treibt diese Technik noch einen Schritt weiter und erreicht ein noch reicheres harmonisches Klangbild.

Eine weitere Fülle an Werkzeugen wird für die Dynamikbearbeitung geboten. Der Kompressor des Portico II ist außerordentlich vielseitig. Wie beim Portico 5043 bietet der Kompressor die Wahl zwischen Forward-Feed und Return-Feed Modus, der entweder eine transparente, moderne Bearbeitung oder eine eher weiche, musikalische und Vintage-mäßige Bearbeitung ermöglicht. Neben den Einstellungen der FF/FB-Modi ist das Kompressionsverhältnis von 1:1 bis 40:1 regelbar, der Threshold lässt sich zwischen -30dBu und +20dBu wählen, die Attack-Zeit ist von 20ms bis 75ms einstellbar (0.1ms im „Fast Mode“), die Release-Zeit liegt zwischen 100ms und 2,5s und die Verstärkung bei 0 bis 20dB im Stereo-Link.

Der Kompressor des Portico II bietet darüber hinaus mehr Möglichkeiten, die Dynamik eines Audiosignals zu zähmen oder zu erweitern. „HPF to SC“ schaltet den Hochpassfilter in den Side Chain Kanal, da ausgeprägte, tieffrequente Signalanteile einiger Songs oder Instrumente das Ansprechverhalten des VCA  negativ beeinflussen würden. Der „Fast“-Schalter setzt den Attack des Kompressors auf eine Ansprechzeit von etwa 0.1ms herab, um auch schnelle Transienten abzufangen. Wenn „Fast“ deaktiviert ist, arbeitet der Kompressor wie gehabt mit dem RMS-Signal und den Attack- und Release-Einstellungen. „Blend“ mischt einem komprimierten Signal das unkomprimierte Audiosignal bei. Dadurch ist es möglich, die Lautstärke leiser Passagen im Ausgangssignal zu erhöhen, ohne die natürliche Dynamik lauter Signale zu verändern.

Für weitergehende Kontrolle im Side Chain Kanal gibt es einen Send- und Return-Pfad, der z.B. mit einem externen EQ oder anderen Filtern für zusätzliche Signalbearbeitung eingesetzt werden kann. Der „Return“ Eingang kann auch als „Key“-Eingang für Signal-Ducking verwendet werden (z.B. ein Voice-Over, das die Hintergrundmusik unterdrücken soll). Durch Verbinden zweier Portico II-Geräte über die Link-Buchse kann man nach Aktivierung des Link-Schalters die Kompressor-Sektion für Stereo-Signalbearbeitung benutzen.

Die Schaltung des 4-Band Equalizers im Portico II bietet die ganze Bandbreite der beliebten klassischen EQ-Sounds, ist aber ebenso in der Lage, sehr feine und chirurgische Eingriffe oder extreme Boost und Cuts vorzunehmen. In der Standardeinstellung folgt die EQ-Sektion der Mikrofonvorstufe und dem HPF, liegt aber vor dem Kompressor. Durch Betätigen des „Post Comp“-Schalters wird der EQ hinter den Kompressor gesetzt.

Der Low Shelf EQ kann separat zugeschaltet werden und verfügt über eine Classic Peak / Accelerated Shelf-Sektion mit +/- 12dB Verstärkungsbereich und wählbarer Einsatzfrequenz von 35, 60, 100 und 220 Hz. Die vollparametrischen LMF- und HMF-Bänder haben einen gemeinsamen Aktivierungsschalter, bieten ebenfalls eine Verstärkung von bis zu  +/- 12dB, einen stufenlos wählbaren Q-Faktor von 0.7 bis 5 und eine ebenso stufenlos einstellbare Einsatzfrequenz zwischen 70Hz und 1,4kHz bzw. 700Hz und 14kHz. Über die Standardfunktion hinaus kann das HMF-Band auch zur präzisen Abstimmung des neuen De-Esser-Schaltkreises verwendet werden.

Der De-Esser kann variabel zwischen „Off“ und 100% eingestellt werden und arbeitet mit Frequenz- und „Q“-Steuerung, um harschen Phrasen in Stimmen und Instrumenten mit einem High-Mid-Limiter zu Leibe zu rücken. Selbst bei aktiviertem De-Esser kann der EQ immer noch verwendet werden. Der HF Shelf EQ kann wieder separat zugeschaltet werden und verfügt über eine Classic Peak / Accelerated Shelf-Sektion mit +/- 12dB Verstärkung sowie einer wählbaren Einsatzfrequenz von 4, 7, 6.8, 12 und 25kHz. Bei Verwendung von zwei Portico II kann die EQ-Sektion auch zur Bearbeitung von Stereomaterial eingesetzt werden.

Der Portico II arbeitet wahlweise mit Mikrofon-, Line- oder DI-Signalen. Der Mikrofoneingang hat einen rückwirkungsfreien 10 kOhm Eingangswiderstand und akzeptiert einen Eingangspegel von bis zu 26dBu, ohne dass ein Pad nötig wäre. Eine erste Verstärkungsstufe stellt bis zu 66dB Gain in 6dB-Schritten zur Verfügung, ein +/- 6dB Trim sorgt für die Feinabstimmung. Ein für Transienten optimierter HPF, der den Frequenzbereich von 20 – 250Hz stufenlos abdeckt, ist ebenso vorhanden. Darüber hinaus sind 48V Phantomspeisung, Phasenumkehr, Signalanzeige und Mute zuschaltbar.

Belegt man den DI-Eingang mit einer 6,3mm Klinke, wird ein 3 MOhm „Discrete FET DI“-Schaltkreis angesprochen, der das makellose, übertragergekoppelte Design beinhaltet, das das Optimum aus Mikrofon- und DI-Eingang herausholt - egal ob Mikrofone mit niedriger Impedanz oder hochimpedante Quellen wie elektrische Gitarren oder Bass. Gain und Trim arbeiten ohne Einschränkung. Eine 6,3mm „Thru“-Buchse auf der Frontblende gibt das unbearbeitete Quellsignal aus, um im Bedarfsfall einen externen Verstärker anschließen zu können. Ein „Line“-Schalter selektiert den unabhängigen, rückwirkungsfreien XLR-Line-Schaltkreis mit HPF und Trim-Regelung.

Im Besitz von Rupert und Evelyn Neve wurde Rupert Neve Designs Inc. aus Leidenschaft und Erfahrung mit dem Wunsch gegründet, Produkte mit höchster musikalischer Qualität zu schaffen. Als Pionier im Design von Audioschaltkreisen fokussiert sich Mr. Rupert Neve derzeit auf die Entwicklung weiterer innovativer Analog-Lösungen für den Recording Engineer von heute.

Weitere Informationen über Rupert Neve Designs finden Sie unter www.rupertneve.com.

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